Universität Heidelberg Center Lateinamerika: Intensive deutsch-chilenische Zusammenarbeit
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht Außenstelle der Universität Heidelberg in Santiago de Chile
Im Zeichen einer langjährigen partnerschaftlichen Verbindung zwischen Deutschland und Chile, so auch auf dem Gebiet der Wissenschaft, war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Gast am Heidelberg Center Lateinamerika (HCLA), einer Außenstelle der Universität Heidelberg in Santiago de Chile. Im Rahmen seiner Lateinamerika-Reise hat er Anfang März Station am HCLA gemacht, um hier mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft zusammenzutreffen. „Der Besuch des Bundespräsidenten unterstreicht die langjährige und enge Beziehung zwischen Deutschland und Chile. Die deutsch-chilenische Wissenschaftskooperation blickt auf mehr als 70 Jahre produktiver Zusammenarbeit zurück“, so Dr. Inés Recio, Akademische Geschäftsführerin des HCLA. Zu der Delegation des Bundespräsidenten mit Repräsentanten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur gehörte auch Prof. Dr. Dominika Wylezalek, Astrophysikerin an der Universität Heideberg.

Wie Dr. Recio betont, nimmt Heidelberg in den wissenschaftlich-akademischen Kooperationen zwischen Deutschland und Chile eine besondere Rolle ein. Mit dem 2002 errichteten Offshore-Campus des Heidelberg Center für Lateinamerika, den seit 2006 bestehenden strategischen Partnerschaften mit der Universidad de Chile und der Pontificia Universidad Católica de Chile sowie vielfältigen weiteren Netzwerken ist die Universität Heidelberg ein Motor der deutsch-chilenischen Zusammenarbeit. Als Exzellenzzentrum in Forschung und Lehre unterstützt das HCLA die Internationalisierung der Universität Heidelberg, fördert die Schaffung von internationalen Forschungsnetzwerken und initiiert die Zusammenarbeit in der Lehre in Form von strukturierten Studienangeboten mit herausragenden lateinamerikanischen Universitäten. Das HCLA arbeitet mit einer Vielzahl von Institutionen zusammen, so Universitäten in Argentinien, Brasilien, Kolumbien und Mexiko sowie Einrichtungen wie der Deutsch-Chilenischen Industrie- und Außenhandelskammer, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit oder dem Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus São Paulo.
Der HCLA-Besuch des Bundespräsidenten bildete den Auftakt seines dreitägigen Aufenthaltes in Chile. Unter anderem besuchte er dort das Paranal-Observatorium der Europäischen Südsternwarte (ESO) sowie die Baustelle des Extremely Large Telescope der ESO, das als weiterer Standort astronomischer Spitzenforschung in der chilenischen Atacamawüste errichtet wird. Galaxien, Schwarze Löcher und neue Teleskope waren auch Thema einer Veranstaltung, die mit Prof. Wylezalek sowie dem Nobelpreisträger Prof. Dr. Reinhard Genzel, Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching, an der Universidad de Chile stattfand und von mehr als 150 Zuhörerinnen und Zuhörern, darunter zahlreiche Studierende sowie junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, verfolgt wurde. Die Heidelberger Astrophysikerin begleitete den Bundespräsidenten im Rahmen seiner Lateinamerika-Reise nach Uruguay, Paraguay und Chile. Die Wissenschaftlerin war unter anderem sechs Jahre für die Europäischen Südsternwarte tätig und forscht am Astronomischen Rechen-Institut der Universität Heidelberg.